Peter_Geige

“Faust auf den Busch geklopft”

Eine geistreich-komische “Faust”-Parodie von und mit Jürgen Lorenzen (Rezitation und Stepptanz) und Peter Frank (Musik und Gesang)

 

Pressetext “Faust auf den Busch geklopft”

Der berühmte Dichterfürst Johann Wolfgang von G. wird vom Teufel höchstpersönlich am Schillerkragen gepackt und seiner faustdicken Lügen überführt! Der Fürst der Finsternis Mephistopheles bricht endlich sein Schweigen, und erzählt als Augenzeuge den wahren Tathergang vom berühmten Wissenschaftler Dr. Faust, der Gretchentragödie sowie der Tragödie zweiten Teil in sieben Streichen. – Als Advocatus Diabolicus fordert er vom Himmel die Herausgabe des Meuchelmörders und Mädchenverführers, denn die Beweise sind erdrückend! Anhand der Originalzeichnungen des satirischen Haus- und Hofmalers WILHELM BUSCH, welche mit Hilfe einer Laterna Magica an die Wand geworfen werden, wird das ganze Ausmaß des katastrophalen Teufelspaktes sichtbar. In den Kunstpausen stimmt der himmlische Moritatensänger Pater Peter Putte eigens zu diesem Zwecke komponierte Bänkellieder an.

Musik & Gesang: Peter Frank

Rezitation & Stepptanz: Jürgen Lorenzen

 

Der Teufel trägt Steppschuhe

Von Christine Wild Hof – “Ihr hört nicht die tragischen Gesänge, verulken wollen wir des Meisters Werk.” So spricht der Teufel höchstpersönlich am Blauen Montag im Hofer Theater-Studio. Dann tritt er den juristischen Beweis dafür an, dass der rechte Platz des Dr. Faust eigentlich in der Hölle zu suchen ist und er, Mephisto, als betrogener Betrüger dasteht. Altmeister Johann Wolfgang von Goethe bescheinigt er hingegen: “Zur groben Pfuscharbeit war der Scharlatan bereit”.

“Faust auf den Busch geklopft” heißt die gefeierte, so geistreich wie brüllend komische Parodie Jürgen Lorenzens, die es faustdick hinter den Ohren hat. Für ihre Umsetzung schreckt der Autor und Schauspieler selbst vor diabolischen Pumphosen und federgesäumten Teufelshörnchen nicht zurück, um Mephistos Position mittels teuflisch auf den Punkt gebrachter Extremrezitation und -mimik möglichst glaubhaft zu vermitteln. An seiner Seite: Pater Peter Putte (Peter Frank) in unschuldigem Engelsgewand, mal als Faust, dann gleich als Gretchen – vor allem aber als Schöpfer und Interpret respektlos-durchdachter Moritaten, Bänkellieder und “Kunstliedbearbeitungen”.

Vom “Zauberlehrling” bis zum “Erlkönig”, vom “Heidenröslein” bis hin zum deutschen Superstar müssen alle herhalten für dieses (nicht immer jugendfreies) Enthüllungsdrama “in unreinen knüppeldicken Knittelversen”. Besonders Wilhelm Busch trägt sein Scherflein zur Aufklärung des brisanten Falles bei. Sind es doch alles Zeichnungen aus seiner Feder, die hier – Schlag auf Schlag an die Wand geworfen – abbilden, was der ehrfürchtige Goethe-Leser nie zu denken gewagt hätte: Lüsterne Böcke unter langen Röcken, Kindsmörderin Gretchen und ein gefoppter Teufel auf dem Dach, dem von himmlischer Seite der Schwanz gestutzt wird, – sie alle hat Wilhelm Busch in Werken wie “Max und Moritz”, der Knopp-Trilogie und auch in der “Frommen Helene” versteckt. An diesem Abend werden sie alle ins rechte Licht gerückt und räumen gründlich auf mit der jahrhundertelangen “Fehlinterpretation” des Klassikers.

Dazu ist den beiden Künstlern jedes Mittel recht, ob Walpurgisnachts-Rap oder satanischer Stepptanz. Faust II ist in bester Busch-Manier in sieben Streichen schnell erzählt, und die Quintessenz lautet: Ein neues Stück muss her, denn: ”Das könnt’ Goethe wohl so passen, mich als geprellten Tor hier steh’n zu lassen!”